An einem Augusttag in 2005

Pixelpunk Phokes Session

Peak and ... Go!

Ein Haus, tote Tauben in Gläsern, Totgesagte, Cowboys, Mädchenzimmer, Kreide, elektrischer Stuhl, Farbklekse, Freestyle Techno Liveacts, die inspirative Anarchie vor Tagen auf der ganzen Etage zwischen zur Hälfte abgerissenen Tapeten, Glastür-Installationen und Bier, das alles während Grün/Weiss abgelenkt vom Stadtfest ein paar Minuten zu spät erschien, um störend zu sein, fand zuvor trotzdem ein einzigstes Balancieren und Täuschen und danach eine pure Flucht im Denunziantenareal statt. 'Vertrau keinem über 60, der da rumsteht', könnte das Motto lauten. Dafür: Ein Hoch auf die Auswahl des Gebäudes...

Ein Abrisshaus, in dem auch sonst schonmal ein paar illustre Gestalten ein- und ausgehen, zwischen den guterhaltenen Erinnerungen des kleinbürgerlichen Wohnens und den massiven Klos freischeissenden Vogelviehs, geleitet über Treppen, Schutt und durch preisgekrönte Teelichter fand eine Minimal-ausstellung der erneut anderen Art statd. Und während sich die Barockstadt zum Jahresfest ihre städtischen historischen Eier und der Kultur des Vergangenen in der Illusion des Jetzt schaukelt, spielt sich ein anderes Jetzt in den Ruinen der Träume von gestern ab. Und die Untoten haben ihre visuellen Stilmittel gezückt, um etwas zu sagen, was man in den Museen der Stadt vergebens findet und das im Rahmen von Selbstorganisierter Priviatinitiative, mit dem immer wieder optimal austarierten Hauch des Illegalen und an den Orten, die vergessen erscheinen und doch wieder für kurze Zeit in einen Mittelpunkt gestellt werden.

Angezogen auch vom Sound eines Dresdner Netlabels erschienen die Gäste zahlreich und trafen sich zu einem kleinen intimen und kurzen Come-In zu später Stunde, um Kunst & Inspiration erleben zu können oder einfach nur dabei zu sein. Wie immer war der Zugang nicht einfach. Von der Information über die Wege bis hin zur kurzen Zeitdauer lagen wieder ein paar Steine im Weg, die mal wieder den alten Spruch 'for those who know' hervorerinnern lassen und den Kreis der Gäste wohl gut reduziert haben. Aber klar sollte auch sein: es war keine Party und es war auf vielen Ebenen relativ gefährlich. Die Macher vertreten aber auch den Ansatz, dass sie vor allem die Leute erreichen wollen, die auch wirklich da sein wollen. Denn Masse zählt in diesem Falle nichts, ausser dass Masse eben genauso wie Lautstärke das Risiko erhöht, von den Ordnungsfanatikern erwischt tzu werden.

"Die ganze Stadt eine Ausstellungfläche!". So könnte der radikale wie kontroverse Slogan der Zeit lauten. Und so wie Visuals an Wänden und Säulen, auf T-Shirts sowie umgestaltete Werbeposter als Street-Art gelten können, so kann es auch mit Räumen sein, die zugleich öffentlich sind und doch mehr mit 'der Straße' als mit Museen zu tun haben. Wie eine Erscheinung, ein Peak, ein Climax setzt die Vernissage einen Punkt auf einer bis dahin weissen Stelle der Karte der Stadt und taucht als Eröffnung der Ausstellung auf und gibt den Blick auf das frei, was Tage, Stunden ! oder sogar während dessen in den Räumen entstanden ist. Die Vernissage ist aber zugleich auch ein Abschied. Die Künstler gehen oder fliehen sogar, die Räume wurden mit einer Art Paukenschlag geweiht, in dem Fall auch mit 140bpm Free-Tek-Warm-up Sound von trans alp und wbs70 und danach wird die Ausstellung an die anarchistische "Strasse" übergeben, die Öffentlichkeit, den X-Faktor.

Und so ist die Ausstellung noch zu sehen! Bis zu ihrem Verschwinden.

Suchen und Betreten der Ausstellung auf eigene Gefahr!

txt: pm | Fotos: Mo, stilled und changed by pm





























The Pixelpunk

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Der Text + weitere Bilder ebenfalls veröffentlich bei banq.de


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