DO 24.11.2005

audioLAB Climax 2005 - Cynetart05_fragile

Foyer Hygienemuseum Dresden

audioLAB +++ Grafik & Elektronik

PRESSETEXT audioLAB::::

audioLAB: DIY freestyle electro space

"Das gesamte Spektrum der Möglichkeiten ist auch für uns noch nicht absehbar."
Tobias Thon von Native Instruments über das "High-Tech-Konstruktionslabor" Reaktor 5 (in Keys 8 2005)

"Man glaubt intuitiv, dass alles Komplexe von etwas noch Komplexerem erschaffen worden sein muss. Die Evolutionstheorie lehrt uns jedoch, dass Komplexes aus Einfachem entsteht. Das stellt die Dinge auf den Kopf. Ich mag diesen Gedanken als kompositorische Idee: Man beginnt mit bestimmten Rahmenbedingungen und lässt sie dann wachsen. So wird Komposition mehr zur Gärtnerei als zu Architektur."
(Brian Eno in Keyboards 09.2005, S. 19)

Gruppenauftritte bei elektronischer Musik sind eher eine seltene Sache. Bedingt durch die Revolution in der Entwicklung von Software und Heim-computersystemen, haben sich seit der letzten Dekade des vorigen Jahrtausends verstärkt autodidaktische Talente im privaten Bereich entwickelt, die meist nur minimale Einflüsse aus akademischen oder anderen etablierten Musikschulen haben. Motiviert von Tanz-, Party- aber auch Hörkultur haben sich viele neue musikalische Ausdrucksformen finden können, die man in Genrebegriffen wie IDM, Chiptunes, Experimental und Electronica verorten kann.

Durch das audioLAB, das seinen Ursprung 2003 während des Kunstprojektes Dresden Postplatz wähnen kann und das 2005 wiedererweckt und neu angesetzt wurde, wird das isolierende Moment der "Bedroom-Musiker" aufgebrochen.

Freestyle, freie Improvisation und instinktive Produktion unter semiprivaten Bedingungen sind die Elemente, die das elektronische Musikentstehen während einer audioLAB-Session skizzieren können. Zusammen zu spielen heißt aber auch, eine gewisse Sensibilität für die kollektive Komposition zu entwickeln. Es werden keine vorgefertigten Muster abgespielt. Alles ist möglich. Der Ausbruch, die Härte der Sounds, das Verflachen, das Schwammige, das Schöne, das Lustige. Elektronische Musik und autodidak-tisch geprägte Musiker stehen für spontane Entdeckungen und weniger für ein Repertoire. Jeder Event ist anders und einzigartig, klanglich wie auch konstellatorisch.

Das audioLAB hat 2005 eine Wiederbelebung erfahren. Während an einem regelmäßigen Treffpunkt gestartet wurde, haben sich die sozialen Netzwerke im Laufe der Zeit verselbstständigt und zu variierenden Konstellationen von zusammen spielenden Laptop-Musikern geführt, die sich in fluktuierenden undefinierten Bands in ganz Dresden und Umgebung mani-festiert haben, zum Beispiel in der Mimenbühne, im Kunst Haus Dresden, bei einem Pixelpunk-Event oder einem Open Air Root-Festival.

Das audioLAB ist insgesamt sehr offen konzipiert und unterliegt einem ständigen Wandel mit einem haltenden Potential an Überraschungen. audioLAB ist zu einem Wort und einer Idee geworden, die sich nicht an feste Räume bindet, sondern in wechselnden Locations unter diesem Label stattfinden kann.

Daneben bot das audioLAB mit bisher zwei Specials in diesem Jahr, dem Pumplane Records Special und der Privatelektro-Tour, als Name und Instanz eine Horizonterweiterung, um Austausch, Vision und Kontakt zu fördern.

Derzeit kristallisiert sich heraus, dass audioLAB eine weitere Insel in einem größeren Geflecht ist. Das Geflecht zieht sich durch private Kontakte und Initiativen, Online-Foren, mediale Kommunikation und regelmäßige Treffen an den "Szene-Plätzen" der Stadt. audioLAB ist ein weiterer solcher Plätze und Treffpunkte, wenn auch mit einem aktiven, partizipierenden Ansatz.

txt: pm | Fotos: siehe credits

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Veranstaltung CYNETart_05fragile
foto: Fara Phoebe Zetzsche
CC 2.0 attribution,noderiv,noncommercial
c: Trans-Media-Akademie Hellerau e.V.

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany License .

BILDKOMMENTAR:

Im Vordergrund zeichnen zwei Streetart-Gurus (Nokopi-Award) mit Kohle auf ner Leinwand. Auf der Rückseite ist ein Piezo-Tonabnehmer befestigt, der die Geräusche des Zeichnens zu Peter Venus' Laptop transferiert. Dort werden die Signale über einen Patch an die Musikre des audioLABs übertragen, die hinten links sitzen. Die Szenerie dürfte so um 22 Uhr rum im im Foyer des Hygienemuseums sein. Die Gäste der Cynetart haben sich auf das nahe Buffet gestürzt, den kostenlosen Wein fliessen lassen und sich neugierig im Raum verteilt.

Im Vordergrund liegen die neuen Phonocake-Flyer. Danke Sebastian fürs Drucken :-) und dank an KO für das Design.

WEITERE BILDER WERDEN FOLGEN!!!!!! KANN ABER NOCH ETWAS DAUERN.


PRESSETEXT Grafik & Elektronik ::::

Grafik und Elektronik

Peter Venus, Tobias Wolf, Text: parmon

Wie viele motorische Aktionen führen wir täglich mit unseren Händen aus? Wir öffnen Türen, halten Briefe, aktivieren Handys, steuern Maschinen, die uns Geld, Fahrkarten und Nachrichten geben. Gibt es eine Sensibilität, die wir im haptischen Umgang mit den Maschinen entwickeln? Wie viele der handlichen Aktionen sind kreativ? Erschaffen, statt zu navigieren und zu steuern, als säße mensch an einem alltäglichen Joystick? Die Pinsel und die Zirkel haben ihre Zeit, Tastaturen und Mäuse konkurrieren mit ihnen.

Unsere Handbewegungen neben dem geschaffenen Bild auch akustisch zu erfahren, dass ist die Essenz der zur CYNETart präsentierten Projektanordnung "Grafik und Elektronik", die von Peter Venus und Tobias Wolf als stetig voranschreitendes Werk entworfen wurde.

Die Hand, als sensibles sensomotorisches Element, als Schnittstelle zwi-schen virtuellen, künstlerischen und klanglichen Welten und zugleich in Körperbindung vererdet, tritt in den Vordergrund, wenn sie die Kreide, und dadurch die Leinwand, berührt und als Information durch die sen-sorisch-digitalen Pipelines in ein Wandlungssystem transferiert wird, dass den haptischen Ursprung, den visuellen Weg und den klanglichen Output verbindet und in Echtzeit verschmelzen lässt. Auf der Leinwand ist der Pfad in einem Rahmen zu sehen, während der Klang in den Äther entflieht, mit Zwischenstationen an unseren Ohren. Die Hand ermöglicht Gefühl und Druck. Stille ist Bewegungslosigkeit an der Übergangsstelle. "Back to the hands" könnte der Slogan lauten, der sich dem alltäglichen Automatismus entgegenstellt.



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Cynetart Website

Peter Venus' pumplane records

Nokopi - Urban Art Gallery + more

Trans Media Akademie Dresden


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